Fahrt nach Duisburg

Es war schon um 8.30 Uhr sehr heiß, als sich 35 Mitglieder und Gäste zu einer Busfahrt nach Duisburg trafen.

Angedacht für den Tag war eine zweistündige Hafenrundfahrt und ein Besuch des Binnenschifffahrtmuseums.

Pünktlich um 11.00 Uhr legte das Schiff ab, nach dem zunächst seine Eigner mit schwerem Werkzeug das Schloss knacken mussten, das die Anlegerbrücke sicherte.

Der Hafen ist ideal gelegen. Im Schnittpunkt zweier Ströme – des Rheins und der Ruhr – bietet er die Möglichkeit sowohl von Nord nach Süd als auch von West nach Ost weltweiten Handel zu betreiben.

Auf der Fahrt durch die verschiedenen Hafenbecken des größten Binnenhafens in Europa wurde uns die Bedeutung dieser Wasserstraßen durchsichtig. Nicht alle Schiffe, die von Rotterdam kommen, können den Rhein oder die Ruhr hinauf fahren. Hier im Duisburger Hafen wird umgeladen, entweder auf LKW oder auf Schiffe oder auf die Bahn.

22 Hafenbecken mit über 180 ha Wasserfläche und 40 km Ufer ermöglichen den Umschlag von Gütern aller Art. 30.000 qm Hallenfläche stehen für die Lagerung und Bearbeitung hochwertiger Außen-Handelsgüter zur Verfügung.

Doch damit nicht genug. Duisburg ist auch ein Seehafen, der von Küstenmotorschiffen angelaufen werden kann. Fast 200 Schiffe aus allen Ländern laufen jährlich „Duisport“ an.

Zum Schluss erzählte unser Schiffsführer vom „Schwimmenden Internat“. Im Homberger Hafen liegt das Schulschiff „Rhein“, die einzige Ausbildungsstätte für Binnenschifffahrt. Jungen und Mädchen aus Holland, der Schweiz und Deutschland lernen hier ihr Handwerk als Binnenschiffer.
Der Tag war für uns noch nicht zu Ende. Im Binnenschifffahrtsmuseum erwartete uns ein Mittagessen. Anschließend wurden wir durch das Museum geführt. Das Gebäude ist ein Jugendstilbau aus dem Jahre 1908, in dem früher das Schwimmbad untergebracht war. Beeindruckend die zum Museum umfunktionierten Schwimmhallen.

Wir lernten ein steinzeitliches Fellboot kennen, die älteste Bootsform in Mitteleuropa. Über ein Stützgerüst etwa aus Geweih, mit Birkenhölzern ergänzt, konnte ein Fell gespannt werden. Seit der Mittelsteinzeit etwa 8000 – 4000 v. Chr. benutzte man den Einbaum, der in Schalbauweise hergestellt wurde, d. h. ein geeigneter Baumstamm wurde durch Beil und Dechsel , gelegentlich auch zusätzlich durch Feuer ausgehöhlt.

Werkzeuge und Zubehör, die die Entwicklung der Schifffahrt beeinflussten, waren in der ehemaligen Herrenschwimmhalle zu sehen. Blickfang war ohne Zweifel der friesische Lastensegler aus dem Jahre 1913. Er stand auf dem Boden des Schwimmbeckens und konnte später auch von unten besichtigt werden. Bevor die Schwimmhalle ihrer Bestimmung als Museum übergeben wurde, mussten neue Fenster eingesetzt werden. Durch diese Öffnung wurde das Schiff auf das mit Wasser gefüllte Becken geschoben. Als es in richtiger Position war, ließ man das Wasser ab.

An Modellen und alten Stichen konnten wir die verschiedenen Antriebsarten der Schiffe im Laufe ihrer Entwicklung erkennen: Rudern, Segeln, Treideln bis hin zu zum ersten Dampfschiff. Kannten wir älteren Rheinbewohner noch den Schlepper mit seinen vielen Kähnen hinten dran, so erleben wir heute selbst fahrende Kähne. Eine neue Generation sind die Schubschiffe, die nebeneinander gekoppelt eine Menge Fracht auf den Flüssen transportieren können.

Ein gelungener Ausflug, trotz der großen Hitze!