Die Scheune

Die Scheune stammt aus dem Jahre 1662. Ihr Skelett stand in Wachtberg. Es wurde hierher transportiert und die Zahl der unbrauchbar gewordenen Hölzer ersetzt. Sie wurde so wiederaufgebaut, daß sie den alten Weinkeller überdeckt, der nach Feststellung des Landeskonservators aus dem Jahre 1600 stammt.

Die Scheune nimmt mehrere Ausstellungsbereiche auf: Fischerei, Schifffahrt und vor allem die Wäscherei, die drei vorindustriellen Hauptgewerbe Beuels also, und hält zudem noch Raum für Wechselausstellungen bereit.

Die Wäscherei nimmt das gesamte Erdgeschoss ein. Sie zeigt mit ihren vielen Ausstellungsstücken die Entwicklung von der har ten und beschwerlichen Handwäscherei über die nur langsam zunehmenden Arbeitserleichterungen durch Wasserkraft und später elektrische Energie bis hin zur gewerblichen Großwäscherei.

Als Gegenstück zur geplagten Waschfrau steht an der straßenseitigen Stirnwand der Scheune die junge hübsche Wäscherprinzessin mit ihrem Brückenmännchenzepter.

Außerdem gibt es dort eine Ordenspresse von der Jahrhundertwende.

Zur Wäscherei gehören eine stattliche Sammlung von Plätt- und Bügeleisen und das „Strichöffche“, ein kleines Kohleöfchen, an dessen Mantel mehrere Bügeleisen erhitzt wurden, damit die Büglerinnen Eisen zum Wechseln hatten.

Ein Gardinenspannrahmen einer Beueler Wäscherei und die Wäschetrocknungsanlage des ehemaligen Internats des Mädchen-Gymnasiums Pützchen vervollständigen diesen Ausstellungsbereich.

Im ersten Stock der Scheune befinden sich mehrere Schiffsmodelle sowie ein Modell des Eisenbahntrajektes Oberkassel zur Gronau und der alten Rheinbrücke.

Außerdem sind dort Ausstellungsstücke der Vereine und viele kostbare Fahnen untergebracht, die zum Teil 150 Jahre alt sind. Es sind großartige Handarbeiten, „Nadelmalereien“, so beispielsweise ein Bild des Finkenberges vor dem Basaltabbau.

Im 1. Stock ist auch besonders gut die Eierkrone zu bewundern. Sie wird noch heute an vielen Orten zu Pfingsten von den Junggesellen- oder Bürgervereinen aufgehängt. Früher blieb sie hängen, bis der letzte Erntewagen darunter hergefahren war, heute wird sie nach der Kirmes heruntergenommen. Etwa 3800 Eier sind zu unserer Krone verarbeitet.

Hinter der Scheune sind mit Hilfe der Jugendgruppe des THW zwei Schleppdächer errichtet worden, unter denen verschiedene große Arbeitsgeräte aus der Landwirtschaft und der Holzbearbeitung zu sehen sind.