Fränkische Fibel

Zu den neuen Exponaten im ehemaligen Frankenzimmer gehört auch die Kopie einer goldenen Fränkischen Fibel, ausgestellt in der großen Vitrine gegenüber der Fensterwand.

Es handelt sich um eine kleine goldene Brosche in Kreuzform (3,5 × 3,5 cm ) mit ursprünglich je einem kleinen Almandin (roter Granat ) an den Kreuzenden und einem erhaltenen Almandin im Zentrum. Gefunden wurde die Fibel bei archäologischen Untersuchungen in den Jahren 1949-55, die von Studenten des kunsthistorischen Instituts der Universität Bonn in Zusammenarbeit mit dem Rheinischen Landesmuseum in 4 Grabungen durchgeführt wurden. Man fand, dass am Standort der heutigen katholischen Kirche sich ab dem 7.Jahrhundert ein christlicher Friedhof befand. Er war umfriedet, die Toten lagen nach christlicher Sitte in ostwestlicher Richtung mit dem Blick nach Osten. Einige Generationen später wurde innerhalb dieses Friedhofes eine kleine Kapelle errichtet. Etwa im 9. Jahrhundert erhielt die Kirche an ihrer Ostseite einen rechteckigen Choranbau.

Es war die erste Vorgängerkirche der heutigen Kirche St. Peter. Der Nachweis früherer Bestattungen in Vilich wurde jetzt durch neue Grabungen bestätigt, die parallel zu kommunalen Bauarbeiten (Erneuerung der Entwässersdrainage) durchgeführt wurden.

Die Grabungen von 1949 bis 55 waren Thema einer Dissertation, die Frau Irmingard Achter 1957 vorlegte. Einer größeren Öffentlichkeit konnte die Dissertation „ Die Stiftskirche St. Peter in Vilich“ 1968 zugänglich gemacht werden in „Kunstdenkmäler des Rheinlandes“, Beiheft 12. In ihrer Doktorarbeit beschreibt Frau Achter auch die fränkische Fibel, die als Einzelfund in der Auffüllung eines Grabes (Grab 23, Schnitt II )gefunden wurde. Das Grab stammt aus dem 7. Jahrhundert.

Außer der neu erworbenen Fibel ist im ehemaligen Frankenzimmer die Kopie eines weiteren Zeugnisses aus der Frankenzeit schon längere Zeit zu bewundern. Es handelt sich um die Grabstele aus Niederdollendorf, die man 1901 auf dem Gelände einer Ziegelei fand. Sie besteht aus lothringischem Kalkstein und wird als christlicher Grab-stein aus dem 7. Jahrhundert angesehen. Das Original steht heute im Rheinischen Landesmuseum.

Text: Hildegund Ferdinand