Stadtführung „Himmel un Ääd“ durch Bonn

Petra Clemens, Führungskraft bei Statt Reisen und engagiertes Mitglied im Heimat- und Geschichtsverein, brachte 27 Mitgliedern des Vereins mit viel Humor und großer Sachkenntnis die kullinarischen Besonderheiten Bonns näher. Angekündigt war die Veranstaltung mit „Himmel un Ääd“.


Wir erfuhren, dass sich das Marktgeschehen in früherer Zeit rund um die Martinskirche abspielte. Diese ist heute nur noch im Grundriss auf dem Gelände der Münsterkirche zu sehen. Mehr Bevölkerung = mehr Handel! Wichtige Handelsstraßen hatten ihren Kreuzungspunkt an unserem heutigen Markt.
Weiter zum Stadtgarten: Dort, auf einer Mauer unter einem Baum, deckte Petra Clemens den Tisch; in Rucksack und Trolley hatte sie alles Notwendige verstaut. Das rheinische Gericht „Himmel un Ääd“ gab es zur Winterszeit, wenn die Ernte eingebracht war. Die Äpfel waren der Himmel, die Kartoffeln de Ääd. Doch aus Kartoffeln stellte man auch noch den im Rheinland berühmten Kesselkuchen her. Hatten die Leute noch ein Schwein geschlachtet, so gab es zu Himmel u Ääd Blut- und Leberwurst, der Kesselkuchen wurde mit reichlich Speck gespickt. Hier gab es zu Blut- und Leberwurst Eierlikör, verbunden mit der Firmengeschichte von Verpoorten. Als „Nachtisch“ dann die Gummibärchen! Ab 1920 baute ein „einfacher“ Bonbonkocher ein Weltunternehmen auf: Hans Riegel Bonn.
Vorbei an der Residenz der Kurfürsten (Universität) erfuhren wir manch Merkwürdiges über die Tafelfreuden der Mächtigen. Aber auch über den Wunsch, bis zum Poppelsdorfer Schloss eine Wasserstraße zu bauen. Der Weg führte uns weiter am ehemaligen „Bären“, der ältesten Gaststätte Bonns vorbei, über die Marktbrücke – warum heißt sie so? –, zur Sternstraße. Sie war die Straße der Bäcker; Brot war zu allen Zeiten ein wichtiges Nahrungsmittel, das, nicht korrekt gebacken und gewogen, zu schweren Strafen führte.
Wir hätten noch lange zuhören können; doch mit der Erzählung über den Namen der Gastwirtschaft „Zum Gequetschten“ war dieser informative Gang durch Bonn beendet.