Protestanten in Oberkassel

13 Vereinsmitglieder wurden in Oberkassel von Inke Kuster und Petra Clemens (auch HGV Mitglieder) erwartet, an St. Cäcilia erbaut im 12.Jahrhundert. Sie erzählten bei einer Führung die wechselvolle Geschichte der Protestanten im Ort.

Sie begann in der Reformationszeit, nach Fürsten und Landesherren richtete sich die Duldung der Gläubigen. 1543 feierte man erstmals ein evangelisches Osterfest in St. Cäcilia. Doch stritten Protestanten und Katholiken miteinander und vertrieben sich, unterbrochen vom Religionsfrieden 1672. Nun stand St. Cäcilia beiden Konfessionen zur Verfügung, auch der Friedhof; evangelische Grabsteine  schmücken Bibelverse. 1683 erst kehrte Ruhe ein, am Dorfrand konnte aus Spenden, auf einem kleinen Grundstück, die erste evangelische Kirche im heutigen Bonner Gebiet errichtet werden. Die Gräber fanden nur unter der Kirche Platz. Sie blieb ein Stein des Anstoßes, bis heute im wahrsten Wortsinn an der Zipperstraße. Ein berühmter Bürger Oberkassels war der Pastoren Sohn Gottfried Kinkel. Er studierte Theologie, Literatur und wurde ein eifriger Politiker. Als 1842 unter der Herrschaft Preußens wieder Karneval gefeiert werden durfte, stieg er mutig in die Bütt. Julius Vorster, ein protestantischer Chemieunternehmer aus Köln, erbaute sich eine hübsche Villa mit großzügigem Park, und engagierte sich sehr in der Gemeinde. Sie wuchs beständig und 1907/8 wurde eine reformierte Kirche erbaut. Das heißt, es gibt keinen Mittelgang zu Altar, Kanzel und Orgel. Bis zum Ende des 18.Jahrhunderts gab es zwei evangelische Richtungen: die Lutherische und Reformierte (vertreten durch Zwingli und Kalvin). Der Rundgang endete am Dorfbrunnen, ihn schmücken 3 Säulen in denen je ein Wahrzeichen des Ortes eingemeißelt ist:  St. Cäcilia, die erste evangelische Kirche und das Lippesche Palais. Es wurde erbaut vom Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun für die Kölner Industriellenfamilie Meinerzhagen, später ging es in den Besitz der Grafen zu Lippe-Biesterfeld über.

Text: Sybille Marks