Stroofstraße

Die Stroofstraße in Vilich verbindet die Stiftsstraße mit der Adelheidisstraße.Sie wurde laut Ratsbeschluss vom 24.02.1959 nach dem ersten Bürgermeister von Vilich Leonhard Stroof benannt.

Die Straße liegt im Gebiet des bereits 1660 erwähnten Mühlenackers, für den 1909 ein Bebauungsplan von privater Hand vorlag, aber nicht verwirklicht wurde. Ab 1922 errichtete die französische Besatzungsmacht dort ein Militärlager aus Steinbaracken, die 1925 in deutschen Besitz übergingen. Die Baracken wurden mit Wohnungssuchenden und Obdachlosen belegt, Fahrzeughallen von einigen Betrieben als Lager benutzt. 1955 lebten hier 500 – 700 Menschen unter mangelhaften hygienischen Verhältnissen.

Die ehemalige Stadt Beuel erwarb 1957 das Gelände und führte in den nächsten Jahren ein erfolgreiches Sanierungsprogramm durch.Man begann sofort mit dem Bau neuer Häuser, siedelte Bewohner aus Baracken um. Die geräumten Baracken wurden abgerissen und an deren Stelle Neubauten errichtet. Man baute anfangs Einfamilienhäuser, später auch mehrgeschossige Miet- und Altenwohnungen. In der Stroofstraße wurde 1968 die letzte Baracke beseitigt.

Es ist ein ganz großes Verdienst der ehemaligen Stadt Beuel, aus dem sozialen Brennpunkt – von den Vilichern „die Siedlung“ genannt – ein normales Wohngebiet geschaffen zu haben, in dem sich seine Bewohner wohl fühlen können.

Text: Hildegund Ferdinand