Heimatverein en Tour

Vom milden Klima der Insel Mainau bis zum Schnee auf dem Säntis erlebten die Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins vieles, was das baden-württembergische Deutschland, Österreich und die Schweiz zu bieten haben.


Insgesamt sechs Tage waren 41 Reisende unterwegs. Unser festes Quartier war das Hotel Weisses Kreuz in Feldkirch (Vorarlberg). Es wirbt mit dem Slogan „friendly and more“ und das zu Recht: Zimmereinrichtung, Service und Mahlzeiten erfreuten uns jeden Tag.
Am ersten Tag unseres Aufenthaltes umfuhren wir den Bodensee, genauer gesagt den Obersee. Vorbei an den kleinen Schweizer Orten – leider nicht hindurch – konnten wir immer wieder den in der Sonne glänzenden See an unserer rechten Seite sehen. In Konstanz machten wir Halt und wurden von unserer Reiseführerin, Frau Ruth, sachkundig durch die Stadt geführt.

Wir erfuhren z. B. dass an der Rheintorbrücke die Kilometrierung unseres Rheins beginnt, der uns im Übrigen immer wieder auf unseren Fahrten begegnete – zwar nicht so wie wir ihn kennen. Wir lernten ihn jung, jünger und am jüngsten kennen, nur nicht an der Quelle selbst.

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Die Insel Mainau empfing uns mit Sonnenschein und wunderschönem herbstlichen Blumenschmuck. Allein machte sich jeder auf den Weg, um ihre Schönheiten zu entdecken.
Mit einer Fahrt über den See erreichten wir die deutsche Seite des Bodensees. Meersburg mit der ältesten Burg Deutschlands und Friedrichhafen, die Zeppelinstadt, lagen auf unserem Weg zur Inselstadt Lindau. Die Hafeneinfahrt, begrenzt von Leuchtturm und Bayrischem Löwen und vor dem Hintergrund des imposanten Alpenmassivs war beeindruckend. Aber auch das alte Rathaus wie die gesamte Innenstadt mit ihren schönen Hotels ließen den Wunsch des längeren Verweilens oder gar Wiedersehens aufkommen.
Zurück führte uns der Weg über Bregenz, vorbei an der weltgrößten Freilichtbühne, wieder in unser Hotel.
Der nächste Tag – laut Programm um einen Tag vorverlegt – ließ uns die Alpenwelt hautnah erleben. Ein paar Regentropfen im Flachland – immerhin noch 450 m ü.NN – kamen in den Bergen als Schnee herunter. Bergspitzen und die Tannen bis zur Baumgrenze sahen aus wie mit Puderzucker bestäubt. Ein überwältigender Anblick!
Über Chur, Reichenau-Tamins, den Ort, an dem sich Hinterrhein und Vorderrhein vereinen, bis Tiefencastel brachte uns unser Bus. Hier bestiegen wir die Rhätische Bahn, die uns über atemberaubende Brücken und Täler und die berühmte Albula-Strecke nach St. Moritz führte.


Hier erwartete uns schon unser Bus, der mit uns über den Julierpass – 2284 m – und nach kurzem Aufenthalt an der Via Mala – größte Schlucht der Ostalpen – „heimwärts“ ins Hotel fuhr.

 

 

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Bregenzerwald mit Flexenpass und Hochtannbergpass waren das Ziel des dritten Tages. Sonne und Schnee auf den Alpengipfeln, Kurven und Kehren ohne Ende, Straßen halb so breit wie notwendig, um aneinander vorbei zu kommen, lösten zum einen Bewunderung, zum anderen ein mulmiges Gefühl aus.
In Schoppernau waren wir zur Käseverkostung eingeladen. Käse und Fremdenverkehr sind hier die Haupteinnahmequellen der Bevölkerung. Wir lernten viel über die Verarbeitung der Milch und die Vermarktung in 30 verschiedene Länder kennen. Das Mittagessen in der UrAlp verschaffte etwas Erholung im sonnigen „Palast der Unabhängigkeit“.
Über Dornbirn entlang der Dornbirnerach erreichten wir rechtzeitig zum köstlichen Abendessen unser Hotel. Die Trachtengruppe der Vorabende sorgte auch an diesem letzten Abend für Unterhaltung.

An unserem letzten Tag sorgte das Programm für ein wenig Bewegung. Frau Ruth führte uns durch Feldkirch. Feldkirch ist die mittelalterliche Stadt der Montforter Grafen, die mit ihren Ländereien und Gebieten Herrscher von Vorarlberg waren. Sie residierten in der Schattenburg, die hoch über der Stadt thront. Ein alter Wasserturm, der sowohl rund als auch eckig ist – die eckige Seite ist Bestand der ehemaligen Stadtmauer – aber auch ein modernes Wasserkraftwerk mitten in der Stadt – gespeist von der gestauten Ill – weisen auf das Nebeneinander von Damals und Heute hin.

Der Dom, dessen Ursprung aus dem 13. Jahrhundert datiert, beeindruckte durch seine Innenausstattung und seine wechselvolle Geschichte. In Domnähe befanden sich früher die Gebäude des ehemaligen Jesuitenkonvikts. Um 1900/1901 wurde ein Neubau auf der anderen Seite der Ill errichtet. Dort befindet sich heute das Vorarlberger Landeskonservatorium. Die „Stella matutina“, ein Privatgymnasium, wurde bis 1977 von den Jesuiten geleitet.
Schöne Wirtshausschilder, Laubengänge und gepflegte alte Häuser verschiedener Epochen prägen das Stadtbild des „alten“ Feldkirch. Unser Hotel liegt in der Neustadt etwa 5 km vom Dom entfernt.
Am jungen Rhein entlang fuhr uns der Bus nach Liechtenstein. Das Land ist 160 km² groß und hat 37.000 Einwohner.
Anders als Feldkirch präsentierte sich uns die „Hauptstadt“ von Liechtenstein: Vaduz. Man hätte glauben können, die Stadt sei gestern erst errichtet worden.
Alle Häuser – überwiegend Banken und Geschäftshäuser- sind neu, modern, funktionell und prunkvoll.
Wir waren nicht traurig, als wir Vaduz verließen und den Bus bestiegen, um zur Schwägalp zu fahren.
Von hier startet die Seilbahn zum Säntis. Einige von uns fuhren hinauf und berichteten von dem grandiosen Ausblick auf die umliegende Alpenwelt und den Bodensee.
In Appenzell, unserem nächsten Ziel, erwartete uns die Firma Ebneter, die uns ihren weltberühmten Appenzeller vorstellte. Ein Film über die Geschichte des Hauses und die Herstellung des Produkts ging der Besichtigung der Betriebsräume voraus. Wir erfuhren, dass die Rezeptur geheim und nur zwei Personen bekannt ist. 42 Kräuter sind notwendig, um den wohltuenden Alpenbitter herzustellen. Erstaunlich, dass die Kräuter nicht unbedingt heimischen Ursprungs sein müssen, sondern aus der ganzen Welt bezogen werden. Ein Versuchsbeet für ein exotisches Kraut konnten wir durch das Fenster betrachten. Mitbringsel wurden noch eingekauft und dann war noch Zeit für einen kurzen Rundgang durch das bezaubernde Appenzell. Bunt bemalte Häuser, außergewöhnlich schöne Wirtshausschilder und ein angenehmes Klima vor dem Hintergrund der Alpengipfel ließen den Wunsch nach längerem Verweilen aufkommen. Doch unser Tageszeitplan musste eingehalten werden.
Der letzte Abend stand schon ganz im Zeichen der Abreise. Trotzdem blieb der eine oder andere nach dem Abendessen noch eine Weile im Restaurant, um der Trachtengruppe zum letzten Mal zuzuhören und Beifall zu zollen.
Die Busfahrt nach Hause wurde uns nicht zu lang; gab es doch immer wieder Gespräche über die Erlebnisse der vergangenen Woche. Alle waren sich einig: Diese HGV-Studienreise war wieder super!