Ein Besuch in Köln am 27.08.2016

„ Wie alt is Kölle?“ ,das war die erste Frage, die uns Jo Babtista, unser Stadtführer in Köln stellte. Dann folgte eine Aufzählung von Ereignissen .

Die Eroberungszüge des Julius Caesar (58 v. Chr.), die völlige Vernichtung des germanischen Stammes der Eburonen, Neuansiedlung der Ubier mit Hilfe des römischen Stadthalters Markus Vipsanius Agrippa, und die Errichtung einer festen Wallanlage, dem Oppidum Ubiorum etwa heutige Kölner Altstadt.

In diesen Mauern erblickte Agrippina die Jüngere das Licht der Welt. Die schöne und ehrgeizige Frau schrieb römische Geschichte. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht veranlasste sie, dass ihr Geburtsort, Oppidum Ubiorum, zu einer Kolonie römischen Rechts erhoben wurde.

Fortan hieß diese Niederlassung :

„COLONIA CLAUDIA ARA AGRIPPINENSIUM“

Mit diesen geschichtlichen Ereignissen fütterte uns Jo Babtista, um dann mit uns in die Unterwelt zu verschwinden, bei diesen Außentemperaturen eine Wohltat. Jo Babtista erklärte uns die unterschiedlichen Bauepochen des Prätoriums (Sitz des Stadthalters) und ging dann mit uns ein Stück durch einen 2,20 m hohen Abwasserkanal. Heute schätzt man, dass ca. 10 Kanäle dieser Größe, die Stadt durchzogen und letztlich in den Rhein mündeten.

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Die Frischwasserversorgung einer solchen Stadt, ca. 1500 Einwohner, mit einem Wasserbedarf von ca.25.000 Cm täglich, war ein zentrales Thema. Nachdem die nahen Quellen im Vorgebirge nicht mehr ausreichten, wurde eine ca.95 km lange Wasserleitung von Nettersheim/ Eifel mit einem gleichmäßigen Gefälle von 1% nach Köln gebaut. Das einströmende Wasser versorgte das ganze Stadtgebiet, Brunnen, Zisternen, Thermen und private Haushalte. Man stellte sich den Luxus vor, stetig fließendes Wasser in einer öffentlichen Toilettenanlage – da saßen nun die Bürger einträchtig beieinander und erledigten ihre Geschäfte!!

Vielleicht ist das auch der Ort, wo der Kölsche Klüngel geboren wurde? Diesen äußerst interessanten Nachmittag ließen wir in einer alten Kölner Brauerei bei einem kühlen Kölsch, gemütlich ausklingen.

Text: Reinhold Schmerbeck und Andrea Kollack