Foto: Horst Kollack

Besuch bei Tee Gschwender

Der Heimat- u. Geschichtsverein Beuel am Rhein besuchte das Tee Gschwendner Zentrum in Meckenheim.

Dieses Familienunternehmen, gegründet 1978, wuchs zu einem Imperium von 125 Geschäften alleine in Deutschland; doch ist es auf allen Erdteilen vertreten. Tee wird überall auf der Welt angebaut. Aus einer Grundpflanze entwickelte sich je nach Boden-Beschaffenheit, Klima, Trinkgewohnheiten der Völker eine Vielzahl spezifischer Arten. Teeeinkäufer der Firma bereisen die „Gärten“, begutachten Anbau, Pflege, Ernte und Qualität. Die Erstverarbeitung findet in einer Fabrik vor Ort statt. Es werden Probesendungen zusammengestellt für das eigene Labor in Meckenheim. Dort treffen täglich hundert oder mehr Teesorten ein, sie müssen betrachtet, analysiert und vermischt werden, bevor sie schlürfend verkostet in die engere Wahl kommen und wohlklingende Namen erhalten. Der Teestrauch treibt mehrmals jährlich frische Blätter aus, die nur (außer in Japan) manuell geerntet werden; alle drei Jahre wird er zurückgeschnitten. Besonderen Wert legen die Firmeninhaber auf die Reinheit der Teegewinnung, sie besitzen ein eigenes Gütesiegel: Fische in der Form eines Teeblattes.

Das soziale Engagement hält auch die jetzige Firmenleitung sehr hoch. Man bildet in zahlreichen Berufen aus, ist auch an der späteren Übernahme interessiert. In Nepal

bekamen Kleinbauern ein Stück Land, Teesträucher und eine Kuh. Sie können ihre Fami- lien ernähren und werden bei sorgfältiger Erzeugung ihres Teeproduktes in den großen

Gschwendner-Kreis aufgenommen. Die fast unübersehbare Vielzahl der Teesorten steht

den Genießern in den Fachgeschäften, auch mit Proben, zur Verfügung. Doch gibt es zeitgemäß heute auch den Online-Versand.

Für alle Teetrinker und alle, die es noch werden wollen, bot dieser Besuch interessante

Einblicke in den Hintergrund zu dem eigentlich alltäglichen Getränk.

Text: Sybille Marks