Hafenbesichtigung

„Dass Bonn einen Hafen hat, habe ich bisher noch gar nicht gewusst“, meinte einer der 25 Teilnehmer bei der Besichtigung.

Ja, es ist ungewöhnlich: Anders als die gewohnten Häfen liegt der Bonner einfach langgestreckt als Kaimauer am Rheinufer, was sich günstig auf die Abfertigungszeiten der Schiffe auswirkt. August Am Zehnhoff hatte 1907 eine Handelswerft gegründet, ungefähr an der Stelle der heutigen Beethovenhalle, und verlegte sie 1924 nach Graurheindorf. Durch veränderte Familienstrukturen kam später der Name Söns hinzu. 1994 konnte das Gelände auf die heutige Größe erweitert werden, und in der 2004 mit den Stadtwerken gegründeten Bonner Hafenbetriebe GmbH führt die Spedition Am Zehnhoff -Söns jetzt das operative Geschäft.

Nach dem Einführungs-Film ging es mitten hinein ins Geschehen: Mit Schutzhelm und Warnweste ausgestattet, führte der Weg zwischen schier endlosen Reihen hoch gestapelter Container, umrundet von Lastzügen und Umschlagfahrzeugen, zum Liegeplatz eines Containerfrachters. Beeindruckend, wie spielerisch leicht der riesige Containerkran seine tonnenschwere Last im Frachtraum verstaute, immer neue Container fand und sie doch auch immer wieder an der richtigen Stelle absetzte. Die Besucher konnten einen Blick werfen in Container für Umzugsgut ebenso wie viele tausend Sack Holzkohle, aber auch, mit spezieller Auskleidung, für Flüssigkeiten oder Granulate. Und man bekam eine konkretere Vorstellung davon, welch komplizierten, aber doch ausgeklügelten Weg eine Ware vom Erzeuger irgendwo in weltweiter Ferne zurücklegt bis zum Großmarkt oder auch umgekehrt, und welcher technische Aufwand dafür notwendig ist.

Nach zwei Stunden verließen die Besucher das Gelände wieder, tief beeindruckt, welch eigene Welt, von außen kaum zu ahnen, hier so dicht bei unseren Wohnbereichen doch letztlich auch für unser Wohlergehen sorgt.