August Macke – Franz Marc – Eine Künstlerfreundschaft

(SM) Im Kunstmuseum Bonn ist zur Zeit die Ausstellung der beiden Maler August Macke und Franz Marc zu sehen. 13 Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins Beuel wollten sich ihre Bilder, Zeichnungen, Skizzenbücher, Briefe und kunstgewerbliche Objekte anschauen und erklären lassen.

Am Tegernsee hatten die beiden Familien sich 1910 auf einer Ausstellung kennengelernt und Freundschaft geschlossen. Der talentierte Zeichner Macke schuf seine Werke – Porträts, Straßenszenen, Stillleben – rasch und in leuchtenden Farben. Besonders oft und gern porträtierte er seine Ehefrau Elisabeth,
die auch manche seiner Zeichnungen zu kunstgewerblichen Objekten ausarbeitete.

Des Malers Schwiegermutter ließ in ihrem Bonner Haus ein Atelier ausbauen, und die Familie zog zurück nach Bonn. Viele seiner Werke entstanden hier, auch Stadtansichten aus dem Atelierfenster. In Zusammenarbeit mit Franz Marc beteiligte er sich 1911 an der Herausgabe des Almanachs: DER BLAUE REITER. Er bot den modernen Künstlern des 20. Jahrhunderts
eine Plattform. Franz Marc hatte eigentlich Theologie studieren wollen, entschied sich dann aber zum Besuch der Münchener Kunstakademie. Wie auch August Macke reiste er zu Studienzwecken nach Paris, schaute und lernte zu zeichnen. Seine besondere Liebe galt den Tieren, er hielt sie für schöner als die Menschen; malte Pferde in steter Bewegung. Ihre stolze Haltung gefiel ihm sehr, er drückte es gern in der Farbe Blau aus. Die Rehe im Walde, der ruhende Tiger sprechen sehr beredt von seiner Kenntnis der Zoologie. Die gelbe Kuh springt mit Kraft und Freude durchs Bild.

Die beiden Maler Marc und Macke schätzten sich als gleichgesinnte Künstler, unterhielten einen regen Briefwechsel und besuchten einander. Im Bonner Atelier schufen sie gemeinsam ein großes Wandbild, dem sie den Titel „Paradies“ gaben.
Im August 1914 begann der Krieg, bereits im September fiel August Macke in Frankreich, und Franz Marc verlor sein Leben eben dort 1916.