Spielbähn – Der rheinische Nostradamus

Manche der Mitglieder, die dem Vortrag von Gabriele Wasser, Leiterin des Kleinen Jüdischen Lehrhauses in Oberkassel, zuhörten, erinnerten sich an Aussprüche ihrer Großmutter: „Das hat der Spielbähn vorhergesagt“.


Bernhard Rembold, ein Musiker, der im 18. Jahrhundert in Eschmar und Umgebung auf Dorffesten spielte (spielen – bähn von Bernhard), stand in dem Ruf, hellseherische Fähigkeiten zu besitzen.
Seine Weissagungen wurden von Wilhelm Schrattenholz in den Jahren 1846 bis 1850 veröffentlicht. Schrattenholz, selber eine etwas undurchsichtige Figur, behauptete, die Weissagungen durch einen Pfarrer in Hennef, der sie auf einem Dachboden fand, erhalten zu haben.
Das Bemerkenstwerteste ist die Prophezeiung über den Brand der Abtei in Siegburg.
Dieser aber hatte schon stattgefunden, als Schrattenholz darüber berichtete.
Schrattenholz machte sich offensichtlich die Ängste der Menschen in dieser Zeit vor der Zukunft zu nutze. Es war die Zeit der Industriealisierung und des politischen Umbruches. Nur so ist zu erklären, dass die Feudalherren im Umkreis die Weissagungen in großer Stückzahl erwarben.
Die Weissagungen sind ähnlich aufgebaut wie die Bibel, in Versen. Sie umfassen 122 Verse.
Gabriele Wasser berichtete, dass zu allen Zeiten, Menschen in die Zukunft blicken wollten. Sie schloss nicht aus, dass manche Menschen Fähigkeiten besitzen, aus denen man schließen könnte, dass sie in die Zukunft blicken könnten, z. B. die Spökenkieker im Münsterland.
Unter dem Namen „die Pythia vom Rhein“ ist uns Madame Buchela noch in Erinnerung.
Sie soll den Wahlsieg Adenauers 1953 vorausgesagt und zur Aufklärung der Morde von Lebach erheblich beigetragen haben.
Die sehr interessante und informative Power- point-Präsentation ergab zum Schluss noch
eine heftige Diskussion.
Ein gelungener Abend! Danke Frau Wasser!