Besuch der Theaterwerkstätten

40 Mitglieder und Freunde des Heimat- und Geschichtsvereins trafen sich in der ehemaligen Jute-Spinnerei in Beuel. Dort sind heute ein Theater sowie die Theaterwerkstätten untergebracht. Sie bedienen alle drei Theater der Stadt Bonn. Sie waren unser Besuchsziel. Bei der Einführung erfuhren wir, dass in den Hallen der Fabrik die unterschiedlichsten handwerklichen Betriebe untergebracht sind.


Wir betraten zuerst die Malerwerkstatt. Gerüche von Farben und Lacken, Lösungsmittel
und Ähnlichem stiegen uns unangenehm in die Nase. Wie wohltuend war es da, in die Schreinerwerkstatt zu kommen und den Duft von Holz einzuatmen! Riesige Maschinen, an denen gearbeitet wurde, verursachten nicht unerheblichen Lärm. Trotzdem wurden wir belehrt, dass jeder „Handwerksbetrieb“ einen Meister hat, „Gesellen“ sprich Arbeiter und Ausbildungsplätze zur Verfügung stellt.
Interessant war der Saal, in dem die Kulissen hergestellt werden. Vorlagen werden in kleinere Raster aufgeteilt und stehend, auf der Erde liegende Leinwände übertragen. Schienen an der Decke helfen beim Transport.
Oberstes Gebot besagt, alles muss leicht, transportabel und haltbar sein. Immerhin werden Kulissen oft auf – und abgebaut.
Kunststoff ist das Material, aus dem vieles hergestellt wird. Freude bereitete uns die Abteilung, in der „Tiere“ fabriziert wurden, z. B. ein Elchkopf aus einem Fahrradhelm.
Hier erzählte uns die Auszubildende, dass für die Erlernung des Berufes gewisse handwerkliche und künstlerische Voraussetzungen hilfreich seien, ebenso wie ein Praktikum in dieser Richtung. Um Bühnenbildner zu werden, bedarf es nach der Ausbildung in einem der Handwerksberufe eines Studiums. Der Bühnenbildner ist eher mit der Planung, als mit der Ausführung eines Bühnenbildes befasst. Er erstellt u. U. ein naturgetreues Modell, nach dem dann die Kulisse hergestellt wird.
Erste Schritte dazu werden vom PC übernommen.
Schneider- und Polsterwerkstatt wurden noch besucht, bevor wir einen Blick in einen Bühnenraum warfen, in dem eine Fachkraft den ganzen Tag allein, bei mäßiger Beleuchtung letzte Hand an eine Kulisse legte.
Die Kulissen für jedes Theaterstück werden hier in der Halle, bevor sie dem jeweiligen Theater zur Verfügung stehen, einmal zur Probe aufgehängt.
Ein informativer und interessanter Besuch, der nach einer Stunde beendet war.