Besuch der roten Funken in Köln

Auch zur Sommerzeit ist das Thema Karneval für Mitglieder und Freunde des Heimat- und Geschichtsvereins ein Thema.
So machten sich 36 Personen auf zur Ulrepforte nach Köln, dem Hauptquartier der Roten Funken.


Der Name geht auf die hier im Mittelalter tätigen „Ulner“ (auch Üler, Euler = Töpfer) zurück, die ihr Handwerk wegen der Brandgefahr in unbewohnteren Gegenden ausüben mussten. Dieser Bereich war bis Anfang des 19. Jahrhundert gärtnerisch oder bäuerlich genutzt. (aus Wikipedia der freien Enzyklopädie)
Wir erfuhren, dass diese aus dem 13. Jahrhundert stammende Befestigungsanlage mehrmals umgebaut wurde. Ein Turm mit Flügeln wurde aufgebaut und die „Kartäuser Windmühle“ entstand, eine zweigeschossige rechteckige Caponniere wurde im Graben vorgesetzt.
Später als die Ulrepforte im 19.Jahrhundert in Privatbesitz überging entstand ein Ausflugslokal, die Caponniere wurde zum Weinkeller.
Die Erben Guilleaumes schenkten den Besitz der Stadt Köln, die ihn wiederum nach dem 2. Weltkrieg den Roten Funken mit der Auflage schenkte, ihn vom Schutt zu befreien, notwendige Reparaturmaßnahmen durchzuführen und ihn in Zukunft zu unterhalten.
Diese geschichtlichen Tatsachen wurden uns von einem „echten“Roten Funken in „echt kölnischer“ Mundart erzählt.
Er freute sich, dass wir seine Muttersprache verstanden, und er keinen Simultandolmetscher für uns benötigte.
Er erzählte, dass die Roten Funken die 5. Gruppe im ersten Kölner Rosenmontagszug 1823 war, ebenso wie die “Helligen Knächten un Mägden“
Im Namen und Ausstattung knüpfen sie an die bis 1794 dienenden Stadtsoldaten an. Da diese wenig zu tun hatten und wenig verdienten, übernahmen diese andere Beschäftigungen. Sie strickten Strümpfe oder beaufsichtigten Kindern. Zum Essen konnten sie sich nur billige Zwiebel, Knoblauch und Bücking leisten. Dazu rauchten sie Tabak aus einer kurzen Tonpfeife.
Daraus entwickelte sich die Gliederung der Truppe in „4 Knubbel“, die die Namen tragen:
„Streckstrump“ (Strickstrumpf, „Öllig“ (Zwiebel), „Dopp“(der Kreisel) und „Stoppe“ (Sektkorken).
Die Ulrepforte ist praktisch das Museum der Roten Funken mit vielen Exponaten, die an die Zeit des Bestehens erinnern.
Darüber hinaus werden die Räumlichkeiten als Versammlungsort und Feiern der Roten Funken genutzt.
Wir erfuhren von Hierarchien innerhalb des Vereins, vom Funkeneid und anderen traditionsbewussten Bräuchen.
Zum Schluss schlängelten wir uns die Wendeltreppen empor, um von der Plattform einen großartigen Blick auf die Stadt Köln zu haben.
„Danke“, sagten die Teilnehmer „für diesen informativen und hochinteressanten Nachmittag“.