Der erste Bürgermeister von Beuel

Um wieder einmal in die komplexe Beueler Geschichte einzutauchen trafen sich 20 Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins Beuel am Rhein.

Ziel war das Bürgermeister-Stroof-Haus in Vilich. Vom Heimatmuseum Beuel ausgehend wollten wir die zweite im Stadtgebiet Beuel angesiedelte heimatliche Kulturstätte besuchen.

Verbunden mit einem einstündigen Spaziergang zunächst, am Rhein entlang und dann durch die Schneise des „Bröltalbähnchens“ erreichten wir Vilich.

Carl Jakob Bachem, der Vorsitzende des Denkmal- und Geschichtsvereins Bonn-Rechts-rheinisch, empfing uns im kleinen Garten des Anwesens.

Nach einem kurzen Blick auf die Geschichte Beuels, die bekannterweise mit Vilich auf das Engste verknüpft ist, berichtete er über die Schwierigkeiten, dieses geschichtsträchtige Haus in den Focus der Behörden und der Bevölkerung zu rücken.

Beim Betreten des Hauses gewann man zunächst den Eindruck, dass es schon komplett sei. „Viel sei noch zu tun“, meinte der Vorsitzende.

So sollte in dem wunderschönen „Damenzimmer“ mit der Kölner Decke kein Kleinparkett liegen, sondern die ursprünglich dort vorhandenen Dielen wieder herausgearbeitet werden.

Im Arbeitszimmer des Bürgermeisters wurde an einer Stelle mehrere Schichten Wandbemalung freigelegt. Diese für den gesamten Raum wieder herzustellen ist aus Kostengründen nicht möglich.

Die Einrichtung des Hauses ist zwar aus der Zeit „Stroof“, aber nicht aus seinem unmittelbaren Umfeld; von ihm selber ist ein Kneifer und ein Stehpult vorhanden.

So sind Möbel aus dem frühen Biedermeier zu sehen, aber auch Einzelstücke bäuerlicher Herkunft.

In fast allen Räumen hingen Zeichnungen von Vilich. Die Mutter des römischen Malers Franz Nadorp, Protegé des Fürsten Salm-Salm, war eine Stroof Tochter. Auf ihren Spuren wandelnd, fand er viele Motive in Vilich, die der Nachwelt erhalten blieben.

Beachtenswert auch die dienstlichen Aufzeichnungen Stroofs, die er täglich machte und als Tagebücher in mehreren Bänden erhalten sind.

Der Gang durch das Bürgermeister-Stroof-Haus endete mit einem Besuch des Weinkellers.

Hier lud der stellvertretende Vorsitzende H.P.Müller zu einer Weinprobe ein. Eine besondere Weinreise von Beuel bis Italien mit Weinen, die nicht im Handel sind, war noch ein Höhepunkt dieses schönen Nachmittags.