Das Heimatmuseum erhält einen eigenen Film

Spätestens seit dem Jubiläumstag zum 25jährigen Bestehen des Heimatmuseums Beuel erzählte man sich von einem im Museum gedrehten Film.


Der Filmemacher Georg Divossen hatte im vorigen Jahr die Idee, einen Film über das Waschen hier in Beuel zu drehen. Als Kulisse für die häusliche Wäscherei im 19. Jahrhundert war nichts besser geeignet als die „Museumsinsel“. Exponate aus dieser Zeit wie Waschbütt, Rubbelbrett, Stüsser und noch viele mehr gehören im Heimatmuseum als Exponate zu der ständigen Ausstellung über die Wäscherei in dieser Zeit.
Vier Mitglieder des Heimatvereins, die sich schon mehrmals als Schauspieler versucht hatten, zeigten die schwere Arbeit des Waschens.
In sechs Arbeitsgängen wurden Arbeitsabläufe unter Berücksichtigung der Entwicklung von reiner Handarbeit zu teilmaschineller Arbeit dargestellt. Auch die Arbeitserleichterung durch Einsatz von Waschmitteln, die in dieser Zeit entwickelt wurden, kam zur Sprache.
Der Film war der Höhepunkt des Abends. Doch zuvor ließ auch das Beiprogramm Freude aufkommen.
Die Museumsmösche sangen Küchenlieder, eine aus der Moritat entstandene Art des Liedgutes über Herz und Schmerz, Sehnsucht und Abschied, Rache und Versöhnung. Der Beifall und das Schmunzeln der Zuhörer waren der Lohn für das Einstudieren.

Ein „Verzällchen“, von Gertrude Jöbsch nach einer wahren Begebenheit aus dem Jahre 1894 geschrieben, brachte in der Art der Darbietung viel Amüsantes. Der Kern aber warf wieder einen Blick auf die Arbeit der Wäscherinnen und Wäscher in dieser Zeit, die vorher kurz erzählt wurde. Eine „vornehme“ Dame beschwerte sich beim Herrn Bürgermeister über mangelhafte Lieferung der Wäsche von Frau Ww. Heinrich Zangen. Diese, ob des Vorfalls befragt, war zur Zeit der Lieferung total überfordert. Der Tod des Mannes und ein krankes Kind hatten sie unaufmerksam beim Einsortieren der Wäsche werden lassen. Der Bürgermeister konnte die Wogen glätten. Nach 35 Tagen war alles wieder im Lot. Vorher aber zeigte die „vornehme“ Dame noch, dass es mit der Vornehmheit nicht so weit her war.

Eines unserer ältesten Mitglieder, Lydia Stein, trug das Gedicht von Adalbert von Chamisso „Die alte Waschfrau“ vor. Dazu hatte sie ein ähnliches Kostüm wie die Waschfrau in der Scheune an.
Film und Beiprogramm fanden regen Zuspruch und ergänzten sinnvoll das Fest zum 25jährigen Bestehen des Heimatmuseums Beuel, das am 07.Juni stattgefunden hatte.