Fahrt nach Maastricht

36 Mitglieder und Freunde des Heimat- und Geschichtsvereins brachen zu einer Tagestour nach Maastricht auf.

Nach der Ankunft erwarteten uns zwei Stadtführerinnen, die uns die alte Festungsstadt erklären wollten. Um zu verstehen, dass Maastricht 215 Tore besitzt, muss man wissen, dass die Maas ursprünglich einen anderen Lauf hatte und immer wieder an besonders strategisch komplizierten Stellen ein Tor errichtet wurde.

Die Stadtmauer war eine doppelte. Die erste Mauer hielt Pfeil und Bogen ab, die zweite die Kanonen. Das zunächst besichtigte Tor war das Höllentor. Es stammt aus keltischer Zeit. Sein Name ist nicht abgeleitet von „Hölle“ sondern von „hell“. (Stein).

Der Stein, der in Maastricht immer wieder Verwendung fand, ist der Mergel und stammt aus Namur. Nur die Häuser der Reichen waren aus Stein gebaut. Diese Leute waren „steinreich“.

Aus rotem Mergel ist auch die evangelische Kirche gebaut. Sie ist das höchste Gebäude Maastrichts und steht neben der katholischen St. Servatiuskirche. Diese besaß eine Glocke aus dem 15. Jahrhundert, Grand Mère genannt, die zerstört wurde. Um sie zu ersetzen, fand an jedem letzten Augustwochenende ein Essen auf dem großen Platz statt. Aus dem Erlös des Tages wurde die Wiederbeschaffung der Glocke finanziert.

Beachtenswert war auch die Liebfrauenkirche, der eine Wallfahrtskapelle zu Ehren Marias der „stella mare“ aus dem 15. Jahrhundert angegliedert ist. Zu Festen wird die Figur im

Wechsel einmal in einen blauen, dann in einen roten Mantel eingekleidet.

Über dem Eingang der Liebfrauenkirche befindet sich die Papstkrone; das bedeutet, dass diese Kirche den Rang einer „Basilica minor“ hat. Der große Platz mit den vielen alten Bäumen ist abends ein beliebter Treffpunkt der Bürger von Maastricht.

Das älteste Profangebäude der Stadt versetzte uns wegen seiner Höhe in Erstaunen. Über sieben Stockwerke erstreckte sich dieser Fachwerkbau, dessen Fassaden an der Frontseite aus Stein waren. Wir erfuhren, dass es aus dem 15. Jahrhundert stammte und heute als Gerichtsgebäude genutzt wird.

Durch schmale Gassen mit alten restaurierten Häusern und über großzügig angelegte Plätze spazierten wir zum Ufer der Maas, wo ein Schiff auf uns wartete. Eine Stunde lang fuhren wir im schönsten Sonnenschein auf der Maas mit ihren zum Teil nicht befestigten Ufern, die von Büschen und Bäumen begrünt wurden.

Die Mitreisenden waren voll des Lobes über diesen Tag und voller Erwartung auf die nächste Tagesfahrt.