Kleider machen Leute…

Dr. Alois Döring vom Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte hielt uns einen Vortrag zu dem Thema „Kleider machen Leute…Streifzüge durch die Jahrhunderte zu rheinischen Kleidungsgewohnheiten.

An Hand von Fotos zeigte er uns den Wandel der Kleidung z. B. bei einem Fest. So trug eine Braut um die Jahrtausendwende zum 20. Jahrhundert schwarze Kleidung und einen weißen Schleier, der Bräutigam den Gehrock und Zylinder.

Auch die Kommunionkinder waren ähnlich gekleidet: die Mädchen trugen lange schwarze Kleider, die Jungen schwarze Strümpfe und kurze Hosen.

Wir erfuhren, dass „Rot“ die Farbe der Fürsten war. Eine rote Farbe aus der Purpur-schnecke herzustellen, war ein aufwendiger und langwieriger Vorgang. Deshalb wurde er nur zum Einfärben kostbarer Kleidungsstücke benutzt.

Die Farbe blau dagegen war aus der Waidpflanze leichter herzustellen und diente dazu, die Arbeitskleidung der Bauern und Arbeiter einzufärben. Wir kennen bis heute den „Blaumann“, einen praktischen Anzug der Handwerker.

Auf die Frage „was hat der Gartenzwerg mit der französischen Revolution zu tun“ gab Dr. Döring selbst die Antwort: Die Jakobiner, die radikalste Gruppe in der französischen Revolution, trugen als Sinnbild der Freiheit eine phrygische Mütze. Die Phryger waren ein antikes Volk, das diese Mütze trug. Als Kleidungsstück bestand die phrygische Mütze aus Stoff, Tuch, Wolle oder Leder und besaß einen längeren runden Zipfel, der nach vorn geschlagen wurde bzw. in Richtung Stirn fiel. Diese Mützenform ist heute von Trickfiguren wie den Schlümpfen oder den Mainzelmännchen bekannt, aber auch die Kopfbedeckung unserer Gartenzwerge , ebenso wie die der Weihnachtsmänner lassen diese Form erkennen.

Die Rheinländer unter den Zuhörern bedauerten, dass es für sie niemals eine „Tracht“ gab wie sie zum Bespiel in Bayern oder Ostfriesland üblich ist

Ein informativer Abend!