Besuch im Bonner Münster

Trotz eisiger Kälte fanden sich fast 30 Personen zur Führung mit Hede Schultze-Rhonhof durch das Bonner Münster ein.

Auffallend und ungewöhnlich eine überlebensgroße Statue der Heiligen Helena mit einem Kreuz. Sie war die Mutter Kaiser Konstantins, der im 4. Jahrhundert offiziell die Christenverfolgung verbot. Der Legende nach fand sie im Heiligen Land das Kreuz Christi. Teile davon besitzt auch das Bonner Münster.

Die Geschichte dieses Sakralbautes ist vielschichtig. Es wird aufgrund von Funden römischer Götteraltäre vermutet, dass an dem Ort, an dem später die Kirche errichtet wurde, sich eine römische Kultstätte befand. Auch eine Totengedenkstätte weist auf diese Existenz hin, die aber im 4. Jahrh. schon wieder abgerissen wurde.

Auch Saalbauten aus dem 6. und 8. Jahrh. geben noch Zeugnis von der Baugeschichte des Münsters. Mit der Gründung des Cassius -Stiftes in karolingischer Zeit entstand die Stiftskirche „St. Cassius und Florentius“ auf den Gräbern der gleichnamigen Märtyrer.

Im 19. Jahrhundert übernahm das Münster das Patrozinium der Nachbarskirche St. Martin und war, seit diese im Jahre 1812 abgerissen wurde, dem Heiligen Martin geweiht.

Ursprünglich als Basilika – Hallenbau- gebaut, vereint das Münster barocke und auch gotische Stilelemente . Die Innenausstattung, die meist dem Barock entstammt hat sich passend in den Raum eingefügt und verleiht der Basilika eine eigene Atmosphäre. 1956 wurde ihr der Name Basilika minor zu erkannt, eine Auszeichnung, die der Papst für eine außergewöhnliche Kirche, unabhängig von ihrem Baustil, verleiht.

Diese Auszeichnung ist erkennbar an den gekreuzten Schlüsseln über dem Haupteingang und des Schirms auf dem Hochaltar.

Da wegen der Witterungsverhältisse der Kreuzgang nicht betreten werden konnte, werden wir dies zu einem anderen Zeitpunkt gern nachholen. Wir freuen und schon darauf.