Autorenlesung in der Museumsscheune

Hildegard Moos- Heindrichs sollte den Mitgliedern und Freunde des Heimat- und Geschichtsvereins in der Karnevalszeit einen vergnüglichen Abend bereiten. Das ist ihr gelungen!

Zunächst erzählte sie von ihren Beueler Wurzeln, die in die Nachkriegszeit zurückreichen. Nach 30 Jahren berufsbedingter Abwesenheit lebt sie nun wieder in Beuel.

Um zu beschreiben, welchen Tenor ihre literarischen Werke beinhalten, zitiere ich die Literaturwissenschaftlerin Ingrid Hein:

„Ihre (Moos- Heindrichs) Domäne, das heißt, das Vokabular, das bei der Autorin vor-herrscht, ist das Wortfeld des ganzen Hauses, des Haushaltes, des Oikos, wie die Griechen sagen. Diesen häuslichen Gegenständen gönnt sie liebevolle Beschreibung, wohin-gegen sie den menschlichen Nutznießern Spott und Satire angedeihen lässt.“

Sie gestaltete den Abend unter Vorgabe von sechs Zyklen, in die sie ihre humorvollen und oft hintergründigen Gedanken eingebracht hat.

So enden die „Knopfgeschichten im Dunkeln“ nach dem „Kampf“ mit den Knopflöchern in der Weisheit „Denn schon die erste Tat entscheidet, ob man am Ende Schiffbruch leidet.“

„Alle Tassen im Schrank“, „Über Tisch und Bänke“, „Kurzwaren“ oder „Ich kriege die Motten“ sind einige der Überschriften, die die Autorin in ihrem Band „Heimspiele“ zusam-mengefasst und uns gekonnt vorgetragen hat.

Autobiographische Züge erkannten wir dann in den „Geschichten vom Beueler Maria“, einem kleinen „Bändchen“ über ein Beueler Original.

Aufgeklärt über die schwierige literarische Form eines Limericks erhielten wir auch davon eine Kostprobe:

Auf dem Felsen der Loreley
thront nur noch ein Konterfei.
Das kann weder singen
Noch Männer bezwingen.
Die blonde Gefahr scheint vorbei.

Es war ein vergnüglicher Abend; wir werden Hildegard Moos-Heindrichs wieder einladen.