Mythos Ritter, Besuch der Festung Ehrenbreitstein

In der Festung Ehrenbreitstein ist das Landesmuseum Koblenz unterge-bracht. Dort besuchten 25 Mitglieder des Heimatvereins die Ausstellung „Mythos Ritter, Adel und Burgen am Mittelrhein“.


Erlebnisreich war schon die „Erstürmung des Ehrenbreitsteins“. Manche fuhren mit dem Sessellift; bei dem herrschenden nass kaltem Wetter eine windige Angelegenheit. Andere gingen 300 Treppen hinauf oder wählten den längeren, aber auch noch sehr steilen Aufstieg.
Trotz des schlechten Wetters erfreuten wir uns an der Aussicht auf das Deutsche Eck und die Einmündung der Flüsse Mosel und Lahn in den Rhein.
Um 14.00 Uhr begann die Führung. Unser sachkundiger Führer öffnete uns Schritt für Schritt die Augen über das Leben, Sitten und Gebräuche im Mittelalter. So wurde an einem heute beliebten Spielzeug, einer Ritterburg erklärt, dass der Federbusch auf den Helmen nicht von einem Strauß stammen konnte, weil man diese Vögel noch nicht kannte.
Zu sehen waren sowohl Kleidung als auch Mobiliar aus späteren Zeiten, die aber dem Mittelalter zugeschrieben wurden.
Die Ausbildung zum Ritter begann für die Knaben schon mit 7 Jahren; mit 14 Jahren wurden sie Knappe, um mit 21 Jahren dann endlich durch Auf-legen des Schwertes zum Ritter „geschlagen zu werden“. Die eigene Lanze erhielt dann die Pike. Das heute gebräuchliche Sprichwort „von der Pike auf lernen“ hat da seinen Ursprung. Ist einer „pikiert“, so fühlt er sich von „der Lanze“ angegriffen. Viele Sprichwörter oder Ausdrücke haben in mittelalterlichen Gepflogenheiten ihren Ursprung. So ist in unserem Wortschatz „die Geldkatze“ noch immer vorhanden und in der Katze befinden sich die „Mäuse“, sprich das Geld.
Weiter sahen wir mittelalterliche Handwerkskunst. An einem Kettenhemd, das der Ritter unter der Rüstung trug, wurde bis zu einem Jahr gearbeitet. Begeistert waren wir auch von einer eisernen Schatztruhe, die mit einem Schlüssel, der zudem noch in ein unsichtbares Schloss gesteckt wurde, neun Verriegelungen gleichzeitig vornehmen konnte.
Einige Teilnehmer meinten, das Mittelalter sei negativ dargestellt. Richtiger ist wohl, es wurde entzaubert, dem Mythos auf den Grund gegangen.
Alles in allem ein informativer und gelungener Ausflug.