Spaziergang durch Schwarzrheindorf

Bei herrlichem sonnigen Herbstwetter trafen sich 16 Mitglieder und Freunde des Heimat- und Geschichtsvereins, um ein weiteres Sternchen im Beueler Wappen kennen zu lernen.

Rufen wir uns in Erinnerung: 13 Ortschaften gehörten zur Gemeinde Beuel vor der Stadterhebung und späteren Zusammenführung mit Bonn; 13 Sternchen weist das Beueler Wappen auf.

Limperich haben wir schon durchwandert; die anderen werden folgen.

Treffpunkt der Gruppe war der Damm an der Stelle, wo bis 1967 das Bröltalbähnchen durchfuhr. Diese kleine Schmalspurbahn verband von Anfang der 20iger Jahre das Beueler Rheinufer mit dem vorderen Westerwald, um Industriegüter hier zu verladen. Doch auch im Personenverkehr hatte sie ihre Bedeutung, da der Westerwald verkehrsmäßig z.B. durch Busse nicht erschlossen war.

Weiter ging es bis zu einem einem Cäsarstandbild, das ursprünglich in Bonn am Anfang zur alten Rheinbrücke stand und an Cäsars Rheinübergang, den man fälschlicherweise im Bonner Raum vermutete, erinnern sollte.

Auf der anderen Seite des Dammes liegt die Wolfsburg, eine Wasserburg aus dem 13 Jahrhundert, die heute noch bewohnt wird.

Ein Stück weiter, etwa auf der Höhe der Schwarz- Rheindorfer Doppelkirche ergibt sich ein ungestörter Blick bis zum Rhein. An dieser Stelle befand sich in früheren Zeiten eine Furt, die für die Bewohner der Rheindorfer Burg äußerst wichtig war.

Übrigens heißt der Ort Schwarz-Rheindorf, weil dort Nonnen mit schwarzen Gewändern wohnten. Im gegenüberliegenden Grau-Rheindorf trugen die Nonnen graue Tracht.

Schwarz-Rheindorf wurde im zweiten Weltkrieg, so erzählte Rainer Krippendorf, unser sachkundiger Führer, mehrmals schwer bombardiert.

Vielleicht hat die Zerstörung dazu geführt, dass aus dem ständig von Hochwasser bedrohten armen Dorf ein schmuckes Fleckchen wurde.

Seit 1926 ist Schwarz- Rheindorf vor großen Flutschäden sicher. Damals wurde der Damm fertig gestellt.

Doch nicht nur der Rhein stellte eine Bedrohung für die Bevölkerung dar. Auch die Sieg mit ihren Mündungsarmen brachte zu allen Zeiten Gefahr für die Bewohner. Der Siegdamm schützt heute Schwarz- Rheindorf und Geislar.

Noch manches erfuhren wir über die Römer, die Franken und den germanischen Stamm der Sugambrer, die alle die Wichtigkeit dieser strategisch günstigen Gegend erkannten.

Wir hielten eine gute Schlussrast beim „Assenmacher“, wo manch einer seiner Verwunderung darüber Ausdruck verlieh, wie wenig man doch vom „Nachbardorf“ weiß.