Wanderung in Kommern

Das Freilichtmuseum in Kommern ist immer wieder für einen Besuch gut.

So machten sich – leider viel zu wenig- 13 Mitglieder des Vereins mit Bus und Bahn auf den Weg, Kommern preiswert zu erreichen.

Schon der Eingang mit dem Museumsshop hielt uns eine Weile auf. Dann ging es weiter zum Bäckerladen. In einem Haus, aus dem 19.Jahrh. war eine Verkaufsstelle für Brot und rheinischen Streuselkuchen eingerichtet. Gebacken wurde auf der gegenüberliegenden Straßenseite im Kellergeschoß. Dort war eine alte Backstube untergebracht. Das hier hergestellte Steinofenbrot wurde noch in einem sogenannten Königswinterer Ofen gebacken; ein Ofen, dessen „Innenleben“ aus dem Steinbruch des Siebengebirges stammte, der bis nach dem ersten Weltkrieg auch als solcher genutzt wurde.

Jedes der vielen Exponate – und das waren alle Häuser- hatte seinen Schwerpunkt und war typisch für die Gegend, aus der es stammte.

So sahen wir ein Haus aus dem Hohen Venn. Ursprünglich gab es keine Trennwand zwischen Wohnbereich und Tierbehausung. Die letzte Familie zog im 20. Jahrhundert aus und hatte eine Trennwand zwischen sich und den Tieren errichtet, die heute halbhoch zu sehen war. Tiere waren für die Region wichtig. Da es hier wegen des kargen Bodens kein Ackerland gab, trieb man die Tiere in den Wald. Sie gaben nachts und in der kalten Jahreszeit den Bewohnern Wärme.

Ein anderes Haus von 1556 war das aus Brenig im Vorgebirge

Schmuckes Fachwerk, dessen Gefache gleichmäßig waren, zeichnete das Wohnhaus aus. Die Nebengebäude hatten schlichteres Fachwerk. Die größeren Abstände zwischen den senkrechten Ständen waren durch Streben ausgesteift.

Bemerkenswert der Fußboden im Wohnbereich. Da dieser nicht unterkellert war, hatte man humusfreien Lehm festgestampft. Lehmböden konnten nicht feucht gereinigt werden. So fegte man sie mit einem harten Besen aus, bezw., bedeckte sie mit Heu, das man hin und wieder aufsammelte. Das Heu bekamen die Tiere. In Räumen mit einer Feuer-stelle konnte Heu als Bodenbelag nicht verwendet werden. So wurden diese nur gefegt. Über Hygiene wussten diese Menschen nichts und so erklärt sich die hohe Sterblichkeitsrate, besonders bei Kindern.

Nach Mittagessen unter den alten Bäumen des Parks begann unsere Führung zu dem Thema „Wir Rheinländer“. Ein wohl extra für diese Ausstellung gebautes Haus in der Art einer Straße führte uns entlang der rheinischen Geschichte. Auf der einen Straßenseite war hinter den Fen-stern die „Obrigkeit“, auf der anderen Seite das „Bürgertum“ dargestellt. Begonnen wurde mit Napoleon, der für unsere Gegend bis auf den heutigen Tag bestimmend war. Die Ausstellung endete mit Darstellungen des Wiederaufbaus nach dem zweiten Weltkrieg.

Es war ein sehr informativer und schöner Tag.