Filmabend in der Scheune des Heimatmuseums

„Kappesbuur & Ledderköpp“ hieß der etwas ungewöhnliche Film von Georg Renard (Georg Divossen), den die Mitglieder des Heimatvereins und seine Freunde am 15. November 2007 zu sehen bekamen.

Zu Beginn des Filmes wurde uns vermittelt, dass in unserer Heimat nicht immer die Ortsnamen über die Herkunft seiner Bewohner aussagen.

Charaktereigenschaften von Tieren, Tätigkeiten oder besondere örtliche Gegebenheiten waren Ursache für „Necknamen“ ihrer Bewohner. Unter Necknamen, so wurden wir belehrt, versteht man Spitznamen. Nicht sel-ten treffen diese eine Aussage über die Mentalität der örtlichen Bevölke-rung. Es gibt keine schriftliche Literatur über diese Necknamen. Der Autor des Filmes hat seine Kenntnisse von den Einheimischen der jeweiligen Orte erfragt.

So erfuhr er, dass die Duisdorfer „Äsele“ (Esel) genannt werden. In früheren Zeiten mussten die Duisdorfer ihr Getreide nach Lessenich zur Mühle fahren. Wenn sie mittags zurückfuhren, riefen die Bauern auf den Feldern: „Et es Meddaach, die Äsele kumme“. Aber auch die Sturheit eines Esels wird dem Duisdorfer zugeschrieben.

Die Lengsdorfer sind die „Baachkraade“. Bis vor einigen Jahren floss durch Lengsdorf der Bach. Nur wer in diesen Bach hineingefallen war bzw. hineingestoßen wurde, war ein Lengsdorfer. „Kraade“ bedeutet Kröte und steht für ungeliebte Nachbarschaft.

Die „Beueler“ sind die „Wäschplagge“. Seit Jahrhunderten ist das Wäsche-reigewerbe für Beuel Broterwerb. Plagen mussten sich Frauen und Männer von morgens bis abends, um die Wäsche, versehen mit dem berühmten „Beueler Duft“, in die Städte Bonn und Köln zu fahren, deren wohlhabende Bewohner ihre Wäsche in Beuel waschen ließen.

Die „Meindorfer“ und „Oberlarer“ wohnen in einem sehr sandreichen Gebiet: Ihr Spitzname „Sandhasen“.

Der einstündige Film rief immer wieder ein Schmunzeln hervor. Es lohnt sich, ihn zu erwerben. So oft man ihn ansieht, erfährt man etwas Neues.

Wie z. B. die Sprüche beim Beiern. Beiern ist das rhythmische Anschlagen der Kirchenglocken an oder vor hohen Feiertagen von Hand. Dazu haben sich lustige Sprüche entwickelt:

In Beuel: Beuel, Pützche, Hangeloor, Vilich, Müldorf, Jesseloor.

In Oberdollendorf: Minge Finge, minge Dumme, minge Ellebooche, hieroodste ming Schwester, wiersch de minge Schwoocher.

Zum Schluss noch die Erklärung des Filmtitels:

„Kappesbuure“ sind die Bauern von Endenich, die seit ewigen Zeiten die rheinischen Kohlsorten anbauten. Kohl = Kappes.

Mit „Ledderköpp“ sind die „Heisterbacherrotter“ gemeint, die aufgrund ihrer Tätigkeit im Steinbruch einen ledernen Nackenschutz trugen.