Tag des Offenen Denkmals

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft der Bonner Heimat-, Geschichts- und Denkmalpflegevereine organisierten auch in diesem Jahr wieder den Tag des offenen Denkmals in Bonn.. Herr Dr. Spengler hatte als Beitrag unseres Vereins eine Führung durch die ehemalige Stiftskirche St. Peter in Vilich vorgeschlagen, passend zum dem Thema des Tages „Historische Sakralbauten“.

Bei der Durchführung des Projekts wurde er kräftig von der katholischen Pfarre Vilich unterstützt. Nach Grußworten von Herrn Dr. Spengler und Pfarrer Dörr an die zahlreichen Besucher erläuterte der Organist der Kirche die prachtvolle Rieger-Orgel des Gotteshauses und gab eine eindrucksvolle klangliche Kostprobe des aus den Fünfzigerjahren stammenden Instruments. Es schloss sich ein informativer und unterhaltsamer Vortrag von Herrn Pfarrer Dörr an über die Geschichte Vilichs, des Stiftes und der Stiftskirche. Eng verbunden mit dem Stift war das Leben und die Verehrung der Heiligen Adelheid (+ 1015) .Sie war die jüngste Tochter des Stifterehepaars Megingoz und Gerberga. Adelheid übernahm die Leitung des späteren Klosters, das sie zu einem geistlichen und kulturellen Zentrum machte. Ihre Lebensgeschichte ist uns durch das Buch „Vita Adelheidis“ bekannt, das die Nonne Berta um 1056 in lateinischer Sprache schrieb. Heilungen am Grab der Adelheid zogen immer mehr Kranke an, so dass Vilich für einige Jahrhunderte zu einem viel besuchten Wallfahrtsort wurde.

Die ehemalige Stiftskirche wurde mehrfach umgebaut und nach Bränden und Kriegsschäden wieder aufgebaut. Archäologische Untersuchungen des Kunsthistorischen Instituts der Universität Bonn in Zusammenarbeit mit dem Rheinischen Landesmuseum (1949-55) gaben Aufschluss über die Gestalt der Kirche in der Blütezeit des Stiftes (1000-1300) .Dieheutige Pfarrkirche Vilich hat vergleichsweise zu früher ein verkürztes Langhaus.

Von der ursprünglichen Ausstattung ist durch Kriege und Zerstörungen nur wenig erhalten geblieben. Als Beispiele seien genannt: eine romanische Grabplatte, ein romanischer Taufstein ,der ehemals in der durch Hochwasser zerstörten Pauluskirche stand, ein Triumpfkreuz (um 1500 ) , der Sarkophag der Hl. Adelheid, die vergoldete Reliquienbüste der Hl. Adelheid. Zahlreiche Paramente und Monstranzen aus früherer Zeit konnte der Besucher im hochgotischen Chorraum bewundern. Erwähnenswert sind noch die neuen prächtigen Farbverglasungen der Kirchenfenster vom Aachener Glasmaler W. Benner (1959 -1965/66) Die figürlichen Fenster wurden von Pfarrer Dörr liebevoll interpretiert. Zum Abschluss des informativen Nachmittags führte Herr Dr. Spengler im „Adelheidis-Chörchen“ in die spannende Geschichte des „Adelheidis–Sarkophags“ein.

Für alle, die sich noch ausführlicher mit der Stiftskirche beschäftigen wollten, gab es einen Tisch mit zahlreicher Literatur über die ehemalige Stiftskirche.