Besuch im Polizeipräsidium

20 Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins trafen sich vor dem Haupteingang des Polizeipräsidiums.

Der moderne Bau, nicht mit Klimaanlage versehen, sondern temperiert durch ein Wasserkühlungsverfahren, war uns bei den sommerlichen Temperaturen draußen mit 22° gerade recht.

Um sechs Innenhöfen, künstlerisch gestaltet, gruppierten sich die einzelnen Abteilungen.

Wir wurden in einen Vortragsraum geführt, in dem Herr Lange (Dienstgrad unbekannt) uns einen Vortrag über die Polizei hielt.

Dem Innenminister des Landes sind 47 Polizeipräsidien unterstellt, die wiederum kleinere und größere Außenstellen haben. Der Polizeipräsident ist kein Polizist. Er wird über die Politik eingesetzt.

Um den Beruf des Polizisten aufzuwerten, ist seit kurzer Zeit Abitur bzw. Fachhochschulreife Eingangsvoraussetzung zur Ausbildung.

Interessant für uns zu hören, dass auch die Polizei nicht alles darf. Sie darf eingreifen bei Straftaten, aber nicht bei Ordnungswidrigkeiten, z. B. Ruhe störendem Lärm; sie ist die Exekutive (vollziehende Gewalt) und nicht die Jurisdiktion (Rechtsprechung).

Lebhaft diskutierten wir über die Kleidung der Polizisten, wie sie heute ist und früher war. Da Polizistinnen im Straßenbild noch nicht lange zu sehen sind, war für sie zunächst die reine Männeruniform problematisch. Heute ist sie angepasst. Natürlich muss sie den Gegebenheiten des Berufes entsprechend: Schwer entflammbar, strapazierfähig und leicht zu reinigen.

Das Thema Polizeihunde interessierte uns alle. Voll Freude erzählte Herr Lange von einem Wurf mit sechs gesunden Welpen, deren Eltern schon Polizeihunde waren. Es sind belgische Rassehunde. Ein Welpe kommt mit drei Monaten zu seinem Hundeführer in dessen Familie und lebt dort mit ihr. Seine Ausbildung erfährt er von seinem Herrn, der mit ihm auch die Einsätze durchführt. Ein Einsatz ist für einen Hund Schwerstarbeit und darf höchstens 15 – 20 Minuten dauern; die gleiche Zeit braucht das Tier zur Erholung. Der Hund steht auf der Gehalts- und Pensionsliste der Polizei. In der Regel geht ein Hund mit 7 – 10 Jahren in „Rente“.

In der Einsatzzentrale übernahm uns Herr Schmidt. Computer und Vernetzung waren hier die Wörter, die wir am häufigsten hörten. Jeder Streifenwagen, jedes Motorrad aus der 15 Mann bestehenden Staffel, jeder Hubschrauber ist mit dieser Einsatzzentrale verbunden. Diese wiederum erreicht sofort alle Einsatzzentralen nicht nur von NRW, sondern auch von den anderen Bundesländern und den angrenzenden EU – Ländern.

In diesem Zusammenhang erfuhren wir auch von Europol, einer Institution, die mehr Kompetenzen hat als die frühere Interpol. Europol kann handeln, Interpol konnte nur ermitteln.

Die Einsatzzentrale wird täglich von vielen Leute belästigt. Manch einem ist nicht durchsichtig, dass die Polizei für unsere Sicherheit verantwortlich ist und nicht als Auskunft für die Uhrzeit, das Datum usw. dient.

Seit einiger Zeit gibt es die mobile Polizei. Ein Bus der Stadtwerke wurde umgerüstet zu einer Polizeidienststelle. Auf einem Foto sahen wir das Fahrzeug vor der Dresdner Bank auf dem Münzerplatz stehen anlässlich des Weihnachtsmarktes. Herr Lange erzählte, dass diese Einrichtung von den Bürgern gerne genutzt wird. Es kann immer dort eingesetzt werden, wo etwas „los“ ist.

Nach preiswertem und leckerem Kaffee mit Kuchen in der Kantine besichtigten wir die Gewahrsamsräume. Hier werden kurzfristig Delinquenten, Randalierer oder Betrunkene aufgenommen, um ihre Personalien festzustellen und sie dann weiter zutransportieren oder zu entlassen. Bis das Gesetz sich änderte, wurden auch Ehefrauen, die vor ihren Männern flüchteten, hier kurzfristig aufgenommen.

Wir alle hatten noch nie ein Gewahrsam von innen gesehen. Die Atmosphäre war beklemmend.

Trotzdem fanden wir den Nachmittag sehr informativ. Vor allen Dingen vermittelte uns die Polizei ein Gefühl der Sicherheit für unseren Alltag.