Besuch des Siebengebirgsmuseums

Dreizehn Mitglieder und Freunde des Heimat- und Geschichtsvereins hatten sich am Samstag, 19.Mai 2007 zu einer Besichtigung der Ausstellung „Rheinromantik“ in Königswinter im Siebengebirgsmuseum zusammengefunden.

Gezeigt und erklärt wurden uns Bilder und Stiche vom Rhein und angrenzenden Gegenden.

Vom 18.Jahrhundert bis heute waren Werke der Künstler aus unterschiedlichsten Malerschulen zu bewundern.

Die ältesten Graphiken waren von dem Holländer Heinrich de Leth d. J. (1703 – 1766), der den Rhein von der Mündung bis Schaffhausen bereiste. Die meisten seiner Bilder, und das gilt auch fast für alle anderen

Maler, beschäftigten sich mit dem Rhein von Köln bis Mainz.

Aus der napoleonischen Zeit gibt es wenig Ansichten vom Rhein. Ab 1802 wird der Loreleyfelsen als Motiv entdeckt. Sein Name bedeutet ursprünglich „schau, (rheinisch = lur) ley (Stein)“!

Aus der Züricher Malerschule sahen wir Werke von Ludwig Bleuler. Er malte detaillegetreu, wie ein militärischer Zeichner.

William Callow, ein Engländer, war Vertreter einer ganz anderen Schule.

Die Maltechnik seiner Aquarelle, die sich deutlich von vergleichbaren unterscheiden, sind noch nicht restlos erforscht.

Ab 1829 hat die Düsseldorfer Malerschule eine Klasse für Landschaftsmalerei eingerichtet. Sie beschäftigte sich mit dem Neandertal, der Eifel und dem Rhein. Zu nennen wäre da Andreas Achenbach, der 1834 ein Bild vom Rolandsbogen malt mit einer bis dahin nicht üblichen Perspekive. Man sieht durch den Rolandsbogen hindurch auf den Drachenfels. Links davon wird der Blick auf den Kölner Dom gelenkt, der zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht seine dominierenden gotischen Türme besitzt.

Außer Achenbach sind bekannte Künstler der Düsseldorfer Schule Schirmer und Lessing; ihr Schüler Casper Scheuren.

Aus dem 19. Jahrhundert -1896 -sahen wir von H. Henrich „die schlafende Brunhilde im Siebengebirge“. Die Silhouette der sieben Berge war als liegende Frau dargestellt in rötlich goldenen Tönen.

Mense hatte nach dem Verlust seiner Bilder durch Brand 1950 diese aus dem Gedächtnis neu gemalt. Sie zeigen expressionistische Merkmale.

Unter der Koblenzer Schule, so erklärte man uns, versteht man den Zusammenschluss von Künstlern, die entweder aus Koblenz stammten oder dort ihren Lebensraum hatten; bekannt die Rheinansichten von Diezler. In diese Zeit Anfang 19.Jahrhundert- fällt der Übergang von der Lithographie zum Stahlstich. Konnte man von ersterer ca. 300 Abzüge machen, so waren es beim Stahltisch mehrer tausend.

Wir sahen noch zwei Bilder vom Johannisberg. Sie zeigten Unterschiede. 15 Jahre lagen zwischen den beiden Bildern und die Restaurierung durch eine neue Generation der Besitzer. Über den Künstler der ältesten Darstellung der Appolinariskirche herrscht Unklarheit. Das bekannte Schloss Bürresheim in der Eifel wurde von J.J. Diezler gemalt. Die Godesburg ist als Atelierarbeit eines Schweizer, Bodmer, 1830 -1840 interpretiert.

Zum Schluss betrachteten wir ein Bild von Jürgen Schmitz, das als so genannte Auftragsarbeit Schloss Ernich zeigte.

Viel Wissenswertes wurde uns an diesem Nachmittag vermittelt.

Bei einem Imbiß in der Bauernschenke ließen wie das Schöne noch einmal Revue passieren.