Frühjahrskonzert im Heimatmuseum Beuel

Ein Mandolinenkonzert an einem Sonntagmorgen im Mai im Heimatmuseum Beuel! Es gibt kaum Schöneres!

Das fanden auch ca. hundert Mitglieder und Freunde, die sich eingestellt hatten, um den beschwingten Melodien zu lauschen.

Man konnte die Füße der Zuhörer sich im Takt mitbewegen sehen, sei es nun bei der „Serenada Neapolitana“ von F. Rivelli, dem „Spanischen „Zigeunertanz“ von Pasqual Marquina oder gar beim Getrappel der „Kosaken Patrouille“ von C. A. Scherber. Als dann der Ohrwurm aus dem alten Film „Der Dritte Mann“, neu arrangiert für Mandolinen von Reiner Quade, erklang, war der Applaus entsprechend der Begeisterung.

Hermann Josef Schneider moderierte an diesem Morgen und erzählte von den Anfängen des „Mandolienclubs Wien, Beuel“, die auch ein Stück Beueler Geschichte spiegeln.

Ende des 19. Anfang des 20. Jahrhunderts benötigte die Jutespinnerei Fachkräfte, um ihre Produktion am Laufen zu halten. So kamen aus Österreich und Tschechien Weber mit ihren Familien nach Beuel. Es wurden jenseits der Bahn Häuser für sie gebaut. Von den Beuelern wurden diese Arbeiter – heute würde man sagen diskriminiert – gemieden und eher verächtlich sprach man von ihnen als denen, die in „de Park“ oder de „Kolonie“ wohnten. Diese Leute brachten die Lieder ihrer Heimat mit und gründeten 1903 den Mandolinenclub Wien. Den Namen gaben sie ihm in Anlehnung an ihre Heimat.

In den neunziger Jahren schlossen sich das Mandolienorchester Bonn und der Mandolinenverein Sieglar mit den Beuelern zu einer Konzertgemeinschaft zusammen. Die Leitung hat Reiner Quade.

„Eine Reise durch Europa haben Sie uns geboten“, meinte Hans Lennarz , der Museumsleiter, „von Nord bis Süd, von Ost bis West“. Er sprach in unser aller Namen, als er sich für das wunderschöne Konzert bedankte und der Konzertgemeinschaft weiterhin viel Erfolg wünschte.