Besuch im Alexander König Museum

Am Samstag, 13. Januar 2007, besuchte eine kleine Gruppe des Heimat- und Geschichtsvereins das zoologische Museum an der Adenauerallee in Bonn.

Unsere Führung begann in der Präsenzbibliothek, dem ehemaligen Arbeitszimmer des Museumsgründers. Er wurde 1858 in eine wohlhabende Familie geboren, deren Mittel es ihm ermöglichten, seinen Forschungsinteressen in Bio- und Zoologie nachzugehen.

1912 begann er mit dem ersten Bauabschnitt seines Hauses für die schon zahlreichen Präparate; 1934 war das Gebäude im neoklassizistischen Stil vollendet

In diesem zoologischen Forschungsinstitut finden wir heute Vögel, Amphibien/Reptilien und Säugetiere in großzügig gestalteten Vitrinen und Dioramen. Wir durften das „Archiv“ der Ornithologie betreten, in dem alle bisher bekannten und gefundenen Vogelarten, fein säuberlich präpariert, aufbewahrt werden. Wir sahen Kolibri und Storch, denen über einen Kunststoffleib wieder ihr leuchtendes Fell gespannt war.

Präparator ist ein Ausbildungsberuf mit 3- jähriger Lehrzeit, die im Museum erfolgt.

Seit 2003 ist der ehemalige Lichthof des Hauses, in dem 1948 der Parlamentarische Rat tagte – Konrad Adenauer arbeitete in den ersten Jahren der Republik am Schreibtisch Alexander Königs – eine Savannenlandschaft. In ihrer Erforschung sieht das Museum heute seinen Schwerpunkt.

Löwen, Elefanten, Geparde, Antilopen und Nashörner, sowie Schlangen sind hier in eine ihren Lebensbedürfnissen angepasste Umgebung gestellt.. Einen großen Raum nimmt die Szenerie der Trockenheit ein mit genügsamen Akazien und Dornbüschen; doch sehen wir daneben grüne Büsche und Gräser zur Regenzeit und an manchen Stellen Verbranntes durch Blitzschlag. Ein mächtiger Baobab/Affenbrotbaum ragt empor, er ist eine Nachbildung, doch seine Früchte echt. Ihre Kerne enthalten – zerstoßen – wichtige Vitamine.

Die beiden Giraffen sind noch Originale, die Alexander König selber in Afrika erlegte und präparierte. Vor fast 100 Jahren wurde ihr Fell über ein Holzgerüst gespannt, das sie noch heute aufrecht hält.

Weitere Tierarten sieht man in der steinigen Savanne, deren Blickpunkt ein spitz zulaufender Termitenhügel ist. Das Erdferkel hat so kräftige Klauen, dass es solche Bauten aufbrechen kann, sich und anderen Tieren dadurch Nahrung verschafft.

Unsere Führung war beendet. Mit reichem Wissen verließen wir das Haus. Die anderen Ausstellungsbereiche nebst Café und Einkaufsmöglichkeiten erfordern einen neuen Besuch.